Die Kunst der kleinen Pausen – gelebte Achtsamkeit im Alltag für HSP

(Von Denise David)

Unser Leben besteht aus einem Wechselspiel von Aktivität und Entspannung. Erleben wir hierbei eine Balance, befinden wir uns im einem ausgeglichen Zustand und wir haben die Kraft, unser Leben nach unseren Wünschen zu gestalten. Viele hochsensible Menschen erleben jedoch den Zustand einer Art Daueranspannung. Unsere Wahrnehmung vollbringt tägliche Meisterleistungen und auch in unserem Innenleben spielen sich vielfältige gedankliche Prozesse ab. Selbst wenn wir scheinbar nichts tun, sind unsere Wahrnehmungskanäle weit geöffnet, dadurch kann es gelegentlich schwerfallen, sich wirklich für die Entspannung zu öffnen. Vielleicht kennst du dies selbst aus deinem Leben, wiederkehrende Zustände der Erschöpfung bzw. totalen Überreizung.

Diese Befindlichkeiten können sich anfühlen wie „Mini-Burn-outs“.

Es braucht Tage, vielleicht sogar Wochen, um sich wieder zu regenerieren. Diese Situation ist ein Anzeichen, dass unser Energiehaushalt nicht in Balance ist.

Die tägliche Achtsamkeitspraxis veränderte mein Leben komplett, auch wenn es immer wieder eine Herausforderung ist, gut für sich selbst zu sorgen. Aber wenn du hochsensibel bist und gut mit dieser Persönlichkeitseigenschaft leben möchtest, hast du keine andere Wahl als auf deine Bedürfnisse zu achten und Selbstfürsorge zu pflegen. Das Schöne daran ist, dass du auf diesem Weg die Früchte deiner Sensibilität erkennen und genießen kannst.

Es ist ein großer Fehler, wenn wir den ganzen Tag aktiv sind und uns dann am Abend oder Wochenende die angemessene Ruhe gönnen möchten.

Das ist schlichtweg zu wenig. Wenn wir achtsame Pausen in unseren Alltag integrieren, erleben wir, wie diese unser Wohlbefinden und unsere Konzentration- und Leistungsfähigkeit steigern. Die kleinen Krafttankmomente helfen dir als HSP dich nicht im Außen zu verlieren, immer wieder gut für dich zu sorgen und den Zustand der Überreizung vorzubeugen.

Wiederkehrende Rituale sind der Schlüssel

Um den Alltag achtsamer zu gestalten braucht es wiederkehrende Rituale. So ist es auch besonders wichtig, wie wir unseren Morgen beginnen. Weil es einen Einfluss darauf hat, wie präsent wir unseren Tag gestalten werden. Besonders wertvoll ist es, am Morgen eine Zeit lang zu meditieren. Aber auch mit voller Aufmerksamkeit Schluck für Schluck seinen Kaffee oder Tee zu trinken, ist eine wertvolle Alltagmeditation.

Wie können wir kurze Pausen zur Entspannung nutzen?

Kraftspende Pausen sind Momente in denen du etwas bewusst für dich, Deinen Körper und dein Seelenleben tust. Es ist wichtig, zu erkennen, wie viel Zeit wir für sinnlose Dinge verschwenden, anstatt sie wirklich als wertvolle Pause zu nutzen.

Das Internet ist ein besonderer Zeitfresser dieser Art, um nur ein Beispiel zu nennen.

Wie können wir uns idealerweise daran erinnern Pausen zu machen? Ein guter Moment hierfür ist der Wechsel einer Tätigkeit bzw. vor Beginn einer neuen Aufgabe. Bei längerfristigen Projekten können auch Erinnerungen auf dem Handy eine wertvolle Unterstützung sein, um nicht im Arbeitsprozess Raum und Zeit zu vergessen.

Praktische Ideen für Deine achtsame Pause

Wie wir unsere Pausen gestalten, ist eine ganz individuelle Entscheidung. Jeder Mensch hat seine eigenen Vorlieben und hat möglicherweise schon Techniken im Hinterkopf, die seiner Entspannung dienen.

Bevor du dich einer neuen Aufgabe widmest, kannst du ein paar bewusste Atemzüge nehmen und hierdurch zur Ruhe kommen. Wenn du deine Aufmerksamkeit auf deinen Atem lenkst, vertieft er sich automatisch, dies reduziert nachweislich den Stress. Dein Atem ist ein guter Begleiter auf deiner Entspannungsreise. Du kannst selbst am Arbeitsplatz ohne Probleme ein paar bewusste Atemzüge strömen lassen. Dabei kannst du auch deine Fußsohlen auf den Boden spüren. Stelle dir vor, wie du mit jedem Atemzug zum Erdmittelpunkt atmest und sich deine Wurzeln tief in den Boden graben. Somit erdest du dich ganz bewusst und kommst im hier und jetzt an.

Diese Meditation kannst du im Stehen, sowie auch im Sitzen durchführen. Verwurzle dich tief und erde dich. Wenn du das Gefühl hast den Erdmittelpunkt erreicht zu haben, kannst du die Meditation beenden.

Kurze Meditationen von 3-5 Minuten, sind besonders hilfreich um wieder mit deiner Aufmerksamkeit ins Jetzt zu kommen.

Dein Körper profitiert von diesen Pausen

Vergesse in deinen bewussten Pausen auch deinen Körper nicht. Lockerungsübungen für Kiefer, Nacken, Schultern und Rücken, helfen dabei „Verbissenheit“ im Alltag und im Berufsleben vorzubeugen. Hierbei kannst du deiner Intuition vertrauen, um Deinen Körper das zu geben, was er braucht. Beispielsweise Kreisen der Schultern, Massage des Kieferbereiches, Ausschütteln verschiedener Körperbereiche. Greife dabei auf dir bekannte Körperübungen aus dem Yoga etc. zurück und spüre hinein, was dir gut tut.

In dir steckt die Weisheit dir das zu geben, was du wirklich für dein Wohlbefinden brauchst und vielleicht ist es jetzt an der Zeit, Deiner Entspannung mehr Raum und Zeit zu schenken.

Dann bekommst du einen positiven Zugang zu deinem sensiblen Sein und kannst die daraus resultierenden Fähigkeiten kraftvoll nutzen.

Denise David (www.achtsam-sensibel.de) begleitet im Coaching hochsensible Menschen dabei, mehr Achtsamkeit in ihr Leben zu bringen, um Stress zu reduzieren und ein stärkeres Wohlbefinden herzustellen. Mit dem Ziel, seinen Gaben und Fähigkeiten einen stärkeren Ausdruck zu verleihen.

Ein Kommentar

  1. Ich habe in den letzten 10 Monaten eine Ausbildung zum Coach absolviert. Dabei hat sich mal wieder herausgestellt, wie wichtig tägliche Pausen für mich sind. Im Moment befinde ich mich gerade im Aufbau meiner freiberuflichen Tätigkeit und erde mich täglich mit einem Spaziergang in der Natur. Dies unterstützt mich beim „Kopf frei bekommen“, Zeit zum Alleinsein, kreative Ideen und nächste Schritte zu planen.

    Ulrike Sichert-Schuster

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