Auch geistige Nahrung kann krank machen

(Von Ursula Ines Keil)

Zum Thema Ernährung ist wirklich schon viel geschrieben worden. Und so gibt es, abgesehen von Religion und Politik, kaum einen anderen Bereich, in dem so heftig über den richtigen Weg diskutiert und gestritten wird. Dabei sorgen die vielen verschiedenen Auffassungen mehr für Verwirrung als für Klarheit, was ich auch an den Reaktionen auf meine Vorträge an Schulen oder Kliniken beobachten kann.  Da mir selbst nach meinem Abschluss in Ernährungsmedizin Eigenerfahrungen wichtiger waren als die graue Theorie, habe ich im Laufe meines Lebens einiges in Sachen Ernährung ausprobiert.

Neben unserer inneren Stimme ist unser Körper unser engster Freund, denn ohne ihn können wir letztendlich in unserer polaren Welt keine Erfahrungen machen.

Doch wie gehen wir mit ihm oft um?

Vergleichen wir unseren Körper zunächst einmal mit dem Transportmittel Auto. Ist schon mal jemand auf die Idee gekommen, mit seinem Benziner Diesel zu tanken oder mit seinem Diesel Benzin? Vermutlich nicht, aber wenn dies bereits einmal versehentlich passiert ist, dann gab es sicherlich einen teuren Motorschaden. In aller Regel gehen wir also achtsam mit unserem Auto um. Aber wie sieht es da im Vergleich mit unserem Körper aus? Er darf sich mit ganz erstaunlichen Substanzen, die er Tag für Tag verabreicht bekommt, auseinandersetzen. Und wie beim Auto findet auch hier natürlich eine Reaktion statt.

 Im Grunde lässt sich unsere Nahrung in drei Bereiche einteilen:

  1. Zum einen gibt es die Nahrung, die wir zur Erhaltung unseres Körpers benötigen. Zu unseren Hauptnährstoffen zählen Kohlenhydrate, Fette und Eiweiß. Und da unser Körper wie ein kleines Kraftwerk funktioniert, lassen sich unsere Hauptnährstoffe noch nach ihren funktionellen Aspekten unterteilen. Dazu zählen die Baustoffe (Eiweiß, Mineralstoffe und Wasser), die Brennstoffe (Fette und Kohlenhydrate) sowie die Wirkstoffe (Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente). Natürlich kommt es jetzt noch auf das richtige Verhältnis an. Dieses ist für jeden Menschen sehr individuell, je nach Typ und Alter. Das können Sie sich in etwa so vorstellen wie das passende Öl- und Kraftstoffgemisch für Ihr Auto, damit für eine lange Überlebensdauer gesorgt ist.
  2. Dann gibt es noch die Nahrung, die wir für unser seelisches oder inneres Gleichgewicht benötigen. So wird das Essen oft zum Kompensationsmittel, obwohl es nicht zur Erhaltung unseres Körpers dient. Aber auch der Partner kann zum Kompensationsmittel werden. Mit Essen zu kompensieren ist, um beim Vergleich mit dem Auto zu bleiben, ungefähr so, als würden Sie noch einen zusätzlichen Duftstoff ins Öl oder in den Kraftstoff geben, den das Auto eigentlich gar nicht braucht und was beim Körper eher zu seiner späteren Verschlackung führt. Mit dem Partner zu kompensieren heißt: „Du bist dafür verantwortlich, dass mein leerer emotionaler Tank gefüllt wird.“
  3. Des Weiteren gibt es die Nahrung für unseren Geist. Hier stellt die Nahrungsquelle meist nicht das Essen dar, sondern das, mit dem Sie sich den ganzen Tag geistig beschäftigen. Diese Art der Nahrung ist nicht zu unterschätzen, denn sie sorgt unter anderem für unsere Vorstellungen. Und was Vorstellungen in unserem Leben so alles bewirken können, dazu habe ich bereits anhand verschiedener Beiträge einiges geschildert.

Inzwischen stellen Begriffe wie Entgiftung, Entschlackung oder Heilfasten meist keine Fremdwörter mehr dar. Und so haben einige von uns diese Methoden sicherlich auch schon einmal ausprobiert. Doch in Bezug auf unsere geistige Nahrung sieht es anders aus. Da verhalten wir uns eher so, als würden wir ununterbrochen essen. Kommt das bekannt vor, beim Essen einmal kurz die Nachrichten anzuschauen oder die E-Mails durchzugehen?

Wie viel Fernsehen, Radio, Facebook oder Computerspiele nehmen wir täglich zu uns? Zum Herausfinden, kann man sich einen Tag lang, einmal ganz bewusst beobachten.

Entscheidet dabei ist nicht nur die Menge, sondern auch der Inhalt an geistiger Nahrung.

Dazu kommen die vielen Geräusche, Gerüche und Bilder die wir den ganzen Tag aufnehmen. Vieles bekommen wir gar nicht mehr mit, weil es so nebenbei läuft. Ein Grund, weshalb immer mehr Menschen, auch von geistiger Nahrung ernsthaft krank werden. Bitte bedenke: „Alles fließt durch unseren Organismus und kommt in unserem Nervensystem, dem Gehirn, das die Körperfunktionen letztendlich steuert, an“.

Wären wir also in der Lage, jeden einzelnen Gedanken von uns in Form eines Balkendiagramms darzustellen, dann wüssten wir, warum unser Leben so ist wie es ist.

Es lohnt sich also, neben der physischen und emotionalen Nahrung, vor allem bei der geistigen Nahrung bewusst hinzuschauen.


Ursula Ines Keil, Buchautorin und psychotherapeutischen Heilpraktikerin
www.facebook.com/ursulaineskeil
www.heilkundetherapiezentrum.de

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