Hochsensible suchen nicht das richtige Berufsbild, sondern den richtigen Arbeitgeber

(Von Luca Rohleder)

Hochsensible Personen (HSP) nehmen Informationen und Eindrücke aus Umwelt und Umfeld detailreicher auf als Normalsensible. Insbesondere die Gabe, über einen sehr ausgeprägten 6. Sinn zu verfügen, lässt sie deutlich von der Masse unterscheiden. In der Summe resultiert daraus, dass das Nervensystem von HSP bedeutend mehr Informationen aufnehmen muss als üblich. Es sind somit nicht nur die herkömmlichen fünf Sinne, die ein hochsensibles Gehirn überlasten können, sondern vor allem die zahlreichen subtil empfangenen Informationen über Umwelt und Umfeld. Das Gehirn von HSP wird also schon ab Geburt außergewöhnlich intensiv beansprucht. Es erreicht infolgedessen recht schnell ein außergewöhnlich hohes Trainingslevel. Es entwickelt sich eine Art intellektuelle Hochleistungsmaschine für die Erfassung und Bewertung von Umwelteinflüssen.

Diese wunderbare Fähigkeit der detailreichen Aufnahme und Verarbeitung von Informationen ist praktisch in jedem Berufsfeld gewinnbringend einsetzbar. Dies ist auch die Ursache, warum HSP in nahezu jedem Tätigkeitsfeld anzutreffen sind. Kombiniert mit ihrem ungewöhnlich hoch ausgeprägten 6. Sinn, der HSP mit dem geheimnisvollen Reich der Ideen, Kreativität, Ahnungen und Einsichten verbindet, kann durchaus ein sehr erfolgreiches berufliches Gemisch entstehen. Es sind nicht nur Arbeitskollegen, Untergebene, Vorgesetzte oder berufliche Situationen präzise einschätzbar, sondern auch Unternehmenskonzepte und Arbeitsabläufe. HSP erkennen schon Probleme, Verbesserungspotenziale und sonstige Chancen, aber auch Unstimmigkeiten, während Normalsensible noch dabei sind, etwas umzusetzen oder zu verstehen.

Dank des 6. Sinns irren sich Hochsensible selten

In der Summe bringen Hochsensible also Persönlichkeitsmerkmale mit, die zumindest fachlich gesehen überall einsetzbar sind. Obwohl sich demnach nicht die Frage stellt, welche Berufsbilder besonders gut geeignet sind, quälen sich dennoch viele Hochsensible mit ihrer Berufstätigkeit. Bei näherer Betrachtung stellt sich jedoch heraus, dass es selten der falsche Beruf ist. Vielmehr spielen ungeeignete Arbeitsbedingungen die größere Rolle. HSP brauchen spezielle Rahmenbedingungen bei ihrer täglichen Arbeit. Faktoren wie positive Arbeitsatmosphäre, moralisches Handeln, ruhige Arbeitsplätze und eigenverantwortliches Arbeiten sind elementar wichtig für sie. Diese Kriterien sind nicht unbedingt abhängig vom Berufsbild, sondern vielmehr von der Firmenphilosophie. HSP suchen also nicht einen bestimmten Beruf, sondern den richtigen Arbeitgeber.

Meist unbewusst sind Hochsensible nicht auf der Suche nach einen bestimmten Berufsbild, sondern eher nach dem richtigen Arbeitsumfeld.

Da in der heutigen globalisierten Arbeitswelt immer öfter eine destruktive Arbeitsatmosphäre, lediglich improvisierte Arbeitsabläufe und manchmal sogar absurde Arbeitsanweisungen zu beobachten sind, geraten immer mehr HSP in Konflikt zu ihrem Naturell. Deshalb wenden sich viele Hochsensible früher oder später einer selbstständigen Tätigkeit zu, was den hohen Anteil von Freelancern, Kleinunternehmern und Firmengründern unter HSP zeigt. Dann können sie aufgrund ihres 6. Sinns und ihrer Kreativität erfolgreicher als Normalsensible, nicht nur neue Dienstleistungen oder Produkte, sondern auch funktionierende Marketing- und Verkaufsstrategien entwickeln sowie auf Business-Tauglichkeit abklopfen.

Der 6. Sinn kann auch als eine Art Geschäftssinn verstanden werden.

Besonders, wenn die Faktenlage unklar ist, kommt dem 6. Sinn von Hochsensiblen eine große Bedeutung zu. Wenn es um die intuitive Bewertung von neuen Geschäftsideens, von unternehmerischen Herausforderungen oder ganz einfach von Kundenwünschen geht, können Hochsensible jetzt aus dem Vollen schöpfen. Voraussetzung ist jedoch, dass sie im Laufe ihres Lebens gelernt haben, auf ihren 6. Sinn zu vertrauen. Erst dann begreifen sie meist, welch mächtige Gabe sie in sich tragen.


Luca Rohleder
Gründer des Netzwerks „Hochsensibilität“

Buchautor von „Die Berufung für Hochsensible“

Leseprobe und weiteres …


 

62 Kommentare

  1. Hallo allerseits,
    schön dass es Euch alle gibt und wir alle ähnliche Erfahrungen gemacht haben.
    Ich komme besser zurecht seit ich über “ mein HSP sein“ Bescheid weiss und dran arbeite mich abzugrenzen. Oft leide ich unter übertragenen Stimmungen z.B. in der Arbeit. Zu merken…oh..ist ja gar nicht meins, hilft ungemein.
    Weniger Bewerten hilft auch…schaffe ich aber nur schwer. Allein schon dadurch dass ich mich immer innerlich frage warum gerade jemand so reagiert, sich äussert. etc. hilft mir mehr Abstand zu bekommen u mich abzugrenzen.
    Habt ihr Tipps? Würde mich über Austausch sehr freuen.

    Liebe Grüße
    Mone

  2. Hallo ihr Lieben,
    Nachdem ich letztes Jahr eine Zeitlang aufgrund einer Erkrankung der Depression außer Gefecht war, habe ich mich viel mit dem Warum/Wieso/Weshalb ausseinander gesetzt.
    Ich habe eine relativ schwierige Vergangenheit hinter mir mit Alkoholmissbrauch seitens der Eltern etc. War immer Aussenseiter seit dem Kindergarten, habe mich immer lieber alleine kreativ in meiner eigenen Welt beschäftigen wollen.
    Mit dem Älter werden (bin jetzt 26) habe ich schnell gelernt mich der Umwelt anzupassen und vieles zu akzeptieren, aber ich glaube insofern habe ich mich selbst in vielen Dingen einfach vergessen. Es war schon immer, auch im Jugendalter, so dass ich alles um mich herum sehr stark wahrnahm, für mich war das immer normal gewesen, nachdem es letztes/vorletztes immer mehr zu viel für mich wurde. Ich fing an mich abzuschotten weil ich einfach immer mehr eine Distanz zur „Außenwelt“ wahrnahm weil vieles für mich einfach absurd wurde.
    In meinem vielseitigen Beruf (Landwirtin) habe ich gemerkt, dass ich durchaus wahnsinnig viele geistige und handwerkliche Fähigkeiten besitze und mich wahnsinnig schnell auf neue und fremde Dinge einlassen/einarbeiten konnte und diese sogar auch immer zufriedenstellend erfüllen konnte/kann.
    Mir fällt es schwer Menschen an mich heranzulassen weil ich die Emotionen meines Gegenübers sehr stark „verspüren“ kann. Zb merk ich es sofort wenn man unehrlich zu mir ist.
    Wenn Supermärkte zb zu voll sind, mag ich gar nicht reingehen weil dieses Gewusel einfach zu viel ist was an Bewegung, Stimmen, Gerüche auf mich einprasselt.
    Nach meiner Panikattacke letztes Jahr im September (ich habe das Gefühl dass mein Körper danach auf Reset-Funktion ging), nahm ich alles was vorher immer mehr verschwommen war, deutlich heftiger wahr was zu Anfang wirklich wirklich anstrengend war. Seitdem habe ich versucht mich darauf einzulassen und mit meinen abgeschobenen Emotionen und unterdrückten Wahrnehmungen (ich wollte wohl einfach nur dazu gehören, in die Norm passen) ausseinander zu setzen.
    Ich bin wegen der Depressionsgeschichte (wohl ausgelöst über die familiäre Vergangenheit und nicht Verarbeitung vieler Dinge) in Gesprächstherapie in der ich nun auch mich immer mehr kennenlerne. Ich hoffe dass es iwann besser wird sodass ich mich iwann selbst finden kann und weiß wer ich selbst bin.

    Umso schöner und erleichtender finde ich es, dass es viele andere gibt, die ebenso diese hochsensible Ader fahren.
    Würde mich ggf über Austausch freuen.

    Liebe Grüße
    Kristine

    1. Du sprichst mir aus der Seele.
      Auch ich hab sehr, sehr ähnliche Probleme und ich (26j) verstehe dich.

      Auch ich hoffe durch , eine morgen beginnende Therapie, den Brocken in meinem Kopf beseitigen zu können.

      Danke für deine erfahrung

    2. Hallo mir gehts auch so… aber ich vermute das es bald noch viel mehr von uns gibt und das diese Menschen nicht ohne Grund so sind das macht unsere Natur.. da unsere Gesellschaft immer böser wird …

      1. Unsere Gesellschaft tangiert dazu immer mehr sich was vor zu heucheln und neue Krankheitsbilder zu schaffen um Mensche die die Fakten klar anzusprechen ruhig zu stellen.. und Ehrlichkeit wird heutzutage nicht mehr grossgeschieben. Es ist definitiv eine gabe und diese Menschen die sie haben sind auch die Menschen die etwas verändern können…. weil sie vieles durchschauen

  3. …wie sehr dieser Artikel die Eigenschaften meines Sohnes widerspiegelt und die Beurteilung der Erzieher des Kindergartens!! Mein Sohn ist 4 Jahre jung, 4! Und er eckt immer wieder an, weshalb ich gebeten worden bin mit ihm zum Arzt zu gehen…
    Mein Sohn ist toll, sehr empathisch und hat eben genau diese feinen Antennen – und wenn es ihm zuviel wird, sagt er das oder zieht sich zurück um allein zu spielen. Wenn das jmd. nicht respektiert, lässt er schon mal die Fäuste sprechen – das ist natürlich unakzeptabel – und deshalb eckt er immer wieder an und wird teilweise auch ausgeschlossen.
    Es ist nicht einfach – vielleicht hat hier jemand einen Tipp für mich, trotz des jungen Alters und auch noch weit entfernt von der Berufswahl… Vielen Dank!

  4. Hallo in die Runde. Ich find mich hier echt wieder. Ich lerne noch meine hochsensiblen Antennen zu kontrollieren und auch einzufahren, wenn ich nicht auf Empfang sein möchte. Klappt schon ganz gut. Kann das jemand hier auch so bestätigen? Lg Sonne

  5. Hallo! Es erleichtert mich sehr, mich nach diesem Artikel und andere besser zu verstehen. Auch die Kommentare sind Balsam auf meiner Seele 🙂
    Fühl mich von Menschen, die nicht so sensibel sind, oft bekämpft. Nehme mich deshalb meistens zurück.
    Der Tip, die eigenen Intuitionen dem Gegner als die seinen zu verkaufen ist eine gute Idee 🙂 Für mich schwierig umzusetzen, denn eigentlich möchte ich niemanden etwas aufdrängen, trotzdem wärs manchmal nicht schlecht das zu können 😉
    LG Elisabeth Hofstätter

  6. Hallo, ich weiß erst seit letztem Jahr, dass ich hochsensiebel bin, mir ergeht es gleich wie vielen von euch, im Bezug auf den Arbeitsplatz oder auf die Kommunikation mit anderen Menschen.

    Ich würde mich über weitere Austauschmöglichkeiten freuen.
    Grüße Helene

    1. Hallo! Ja, ist nicht so einfach mit Menschen zu kommunizieren, die einfach nicht sehen oder verstehen können, was man meint. Mir geht es mit meiner Chefin gerade so. Ein Haufen sehr seltsame Arbeitsabläufe. Ich kann das so nicht machen wie sie das gerne hätte, weil es keinen Sinn ergibt. Das versteht sie aber wieder nicht.

    1. Falls man für „Emotionale Intelligenz“ die Definition durch John D. Mayer (University of New Hampshire) und Peter Salovey (Yale University) aus dem Jahr 1990 ansetzt, dann ist die Aussage, dass HSP eine höhere emotionale Intelligenz besitzen, sicher in vollem Umfang richtig.

    2. Nein, Intelligenz korreliert nicht mit HS. Das betrifft eher Hochbegabte oder Asperger Autisten, die bekanntlich nicht zu hochsensiblen Menschen hinzugerechnet werden.

  7. Danke für den tollen Beitrag, ich war mir schon immer sicher, dass verschiedene Dinge an mir anders sind. Vielleicht hilft mir die Erkenntnis und sie zahlreichen Studien über HSP mich selbst mehr wertzuschätzen und entspannder durch die Welt zu gehen.

  8. Hallo Leute,

    Mir gehts oft so, dass meine Einschätzung von Situationen, Zusammenhängen und Charakterzügen von anderen misstraut werden, nur dass sie sich jedesmal bestätigen.

    Diese ständige Unterschätzung belastet mich stark, da durchschnittliche Menschen immer viel mehr Zuspruch erhalten und viele Chancen.

    Oft verlor ich meinen Job weil ich zu effektiv war. Viele Leute fühlen sich schnell bedroht und schließen sich mit anderen Normalos zusammen, um mich zu blockieren oder loszu werden.
    Das finde ich immer wieder unglaublich und extrem nervtötend, da ich mir wirklich sehr viel Mühe gebe mit was auch immer ich tue. Ich arbeite wirklich sehr hart und optimiere jeden Tag.
    Ich sollte mit Handkuss von Arbeitgebern zu hohem Gehalt eingestellt werden. Für mich macht das alles Null Sinn!

    Ich weis garnicht wohin mit mir und meinen Talenten und Scharfsinn. Die Welt ist nicht für fähige Leute und schon garnicht fähige Frauen ausgelegt.

    Peace

    1. Das mag jetzt vielleicht moralisch verwerflich klingen, aber du könntest deine Ideen als die deines Gegenübers verkaufen.
      Bring ihn dazu, auf deine Ideen zu stoßen, indem du beispielsweise die richtigen Fragen stellst, oder Hinweise gibst.
      Somit wird ihm dein Wert bewusst, du kannst weiterhin produktiv sein und er wird vermutlich dankbar kooperieren, da er profitiert, was ebenfalls euer Verhältnis zueinander stärkt.
      Er könnte sogar unbewusst abhängig von dir werden, was deinen Job zusätzlich sichert.

      Nachteil ist, dass man die Leistungen nicht direkt dir zuschreibt, aber es sollte dich trösten zu wissen, dass der Fortschritt auf deiner Denkweise basiert.

      Es ist schade, dass man als HSP zu solchen Mitteln verleitet wird, aber wir sollten uns nicht den Handlungsspielraum durch fehlende Empathie in diesem strengen, unflexiblen Arbeitssystem einschränken lassen.

    2. Super geschrieben könnte von mir sein. Dachte schon muss mich aufgeben und so werden wie sie mich wollen um meinen Arbeitsplatze zu behalten. Weill selber denken war immer fehl am platz. Und danach zusehn wie die normalos mit deiner Idee und Gedanken punkten.
      Ich hatte schon immer ein Gespür dafür wurde aber nie akzeptiert war immer der freak.
      Dieser Beiträge und Kommentare helfen mir und freu mich das ich nicht die einzige bin.
      Es gibt menschen da draussen die mich versten können

  9. Auch ich bin von diesem Phänoment betroffen. Die längste Zeit meines Lebens, dachte ich, dass das ganz normal ist; Das jeder die Gefühle im Raum (bsp. bei einem Gespräch) genauso gut wahrnehmen kann.
    Das hat sehr oft zu komischen Gesprächsverhalten meinerseits geführt und macht es teilweise auch heute noch. Denn wenn man das eigene Verhalten diesen Wahrnehmungen anpasst, die der gegenüber jedoch gar nicht wahrnimmt, stellt sich das eigene Verhalten bzw. der eigene Gesprächskontext häufig als ziemlich… nunja, verwirrend dar.
    Vermutlich sind das die typischen Gründe, warum HSP häufig sehr introvertiert werden. Es klappt halt einfach nicht *lach*
    Oder das Unverständnis, wenn ich einfach gar nicht mehr arbeits- und konzentrationsfähig, nur weil neben mir geschwatzt wird.
    Schätze diese Alltagsprobleme kennen viele HSP.
    Seitdem ich von HSP weiß, versuche ich jedoch zu lernen, damit umzugehen. Vielleicht schaffe ich es ja eines Tages noch, so normal zu sein, wie jemand Normalsensibles – bis dahin arbeite ich weiter auf selbstständigkeit hin, um das tägliche Martyrium des soziales Kontakes zu mildern 🙂
    Beste Grüße

    1. Das Problem ist, das viele Menschen halt nicht ehrlich sind -auch zu sich selbst! So fühle ich mich als hsp manchmal regelrecht paranoid. Denn ich nehme immer wieder meinen Mut zusammen und spreche anderen gegenüber meine Wahrnehmungen aus und meistens kommt der Ball zurück und ich ärgere mich nachher über mich selbst und nehme mir immer wieder vor, die Spielchen lieber mitzuspielen statt meine Gefühle und Gedanken auszusprechen

  10. Hallo ich bin Kati, hochsensibel, fängt man nicht so in einer Selbsthilfe Gruppe an. Das wäre schon mal der richtige Weg mit Gleichgesinnten zu kommunizieren. Mein erster Versuch, ich rede sonst nicht oft oder besser garnicht darüber. Versteht eh keiner…. Ich bin in einem nicht hochsensiblen und traumatisierten Umfeld groß geworden und erkenne erst seit ein paar Jahren was mich ausmacht und wer ich bin. Ich kenne in meinem Umfeld höchstens eine Person, die so ist wie ich . Es ist auch nur eine Vermutung. Meine Halbschwester ist wahrscheinlich auch hochsensibel und möchte aufgrund unserer gemeinsamen Vergangenheit leider nichts mit mir zutun haben. Schade, die Hoffnung stirbt zuletzt. In meinem Beruf komme ich aufgrund des meist gleichen Klimas unter Frauen nicht zurecht und bin dann oft auf der Suche nach einem geeigneteren Umfeld. Ich bin so froh zuhören, dass es Menschen wie mich gibt. In diesem Sinne Kopf hoch und nicht unterkriegen lassen. Es ist viel mehr als nur der 6. Sinn, es ist ein Geschenk, eine Gabe, ….. und wer weiß, warum gerade wir….

  11. Interessanter Artikel!
    Ich finde mich dort wieder und meine Tochter auch, wobei wir von unseren Persönlichkeiten recht verschieden sind. Zusammen sind wir enorm stark und bringen andere Menschen oft an ihre Grenzen. Wir sind beide chronisch krank und schon mehrmals von Ärzten nicht weiter behandelt worden, weil sie nicht akzeptieren konnten, dass ich als Krankenschwester durchaus Fachkompetenz mitbringe und diese auch äußere. Meine Tochter kennt und schätzt meine Kompetenz und fühlt sich sicher, wenn ich bei Untersuchungen und Gesprächen dabei bin. Allein das irritiert viele Menschen.
    Meine Patienten erkennen und schätzen meine Kompetenz intuitiv und ich höre sehr oft, dass sie sich sicher fühlen, wenn ich sie betreue.
    Arbeitgeber und Vorgesetzte haben immer Schwierigkeiten mit meiner Persönlichkeit, was schon zu häufigem Wechsel geführt hat. Für mich kommt eine Selbstständigkeit aufgrund der Erkrankung nicht infrage. Momentan arbeite ich in einem Akutkrankenhaus, mische das Team auf, weil ich mich ganz offen gegen dämliche Intrigen positioniere und habe Spaß mit meinen Patienten.

  12. Dieser Bericht liest sich, als ob ich das bin. Ich arbeite mich in jedes verdammte Thema in unglaublich kurzer Zeit ein, passt das Umfeld nicht, breche ich fast in mir zusammen dabei bedarf es nicht einmal mehr viel, damit ich mich wohl fühle. Ungerechtigkeit gehört aber definitiv ganz oben auf die Nogo-Liste.

    1. Oh Gott…Mir geht’s genauso. Hab schon gedacht, ich bin nicht normal…Mein Leben lang! Bin jetzt fast 55 und habe so Anpassungsschwierigkeiten. Am liebsten würde ich ganz alleine arbeiten! Ich verstehe die effektivlosigkeit anderer nicht!

      1. Geht mir auch so. Bin 51. Hab das Gefühl, je älter ich werde, desto weniger möchte ich mit extrovertierten Maskenträgern zusammenarbeiten. Ich nehme jede ihrer Stimmungen auf, speziell die negativen…

        1. So geht es mir auch . Ich bin total von der Umgebung stimmungsabhängig . Wenn etwas nicht stimmt in einer Gruppe sei es in der Arbeit oder auch privat nehm ich das sehr stark wahr . Ich fühle mich dann sehr oft nicht wohl in dieser Situation . Früher dachte ich mir immer das denn die anderen diese Spannung nicht spüren ? Ich kann mich auch in großen Gruppen und auch wenn es Freunde oder Familie ist manchmal nicht wohl fühlen und zieh mich in mich zurück , möchte eigentlich aus der Situation fliehen . Ich ertappe mich immer wieder wie ich bei geladenen Geburtstagsfeiern versuche mich zu entschuldigen um nicht hingehen zu müssen weil ich weiß bestimmte Personen sind auch dort . Gehe bestimmten Situationen bewußt aus dem Weg weil ich die Konfrontation scheue . Ich will niemanden verletzen und beleidigen , werde aber selbst immer wieder nicht mit der Sensibilität behandelt . mein Ausweg ist dann der Rückzug

  13. Schade das in dem Text keine Quellenangaben zu finden sind. Mich interessieren die bisher wissenschaftlichen Erkenntnisse, um entsprechende Aussagen, wie sie im Text gemacht werden , zu treffen.

    Über eine Info dazu würde ich mich freuen.

    1. Die Quelle ist doch genannt: „Luca Rohleder“. Falls Dir der Name nichts sagt, sich einfach mal mit der Historie dieses Themas beschäftigen.

      Im Übrigen wird von der Wissenschaft grundsätzlich bestritten, dass Hochsensibilität überhaupt existiert. Also da wird es auch in Zukunft keine wissenschaftlichen Aussagen geben. Warum auch? Warum sollte man über menschliche Charaktereigenschaften wissenschaftlich forschen? Das macht nur bei psychologischen Erkrankungen Sinn – und dazu zählt HS nicht. Also, wenn Du den Inhalt bezweifelst, ist das doch völlig in Ordnung. Dann musst Du aber nicht nach Beweisen, Quellen oder sonst was rufen, sondern dem Netzwerk vielleicht Deine tatsächliche Meinung offenbaren. Dann könnten wir diskutieren. 😉

      1. Der HSP findet in der Psychiatrie als Neurasthenie ein Platz.
        Hier wird eine Gabe pathologisiert, weil sie sich nicht sofort als gesellschaftlskonform zeigt.
        Damit ist auch die Außenseiter Position festgelegt.
        Traurig, ohne meinen Glauben an meinen Erlöser Jesus Christus würde ich diesen Druck nicht ertragen.

        1. Nun ja…..meine letzte Krankschreibung war wegen Neurasthenie…damit hat das dann sogar offiziell einen Namen. Ich war emotional komplett überflutet, wegen verschiedenen Dingen.
          Habe mich jedoch wieder gefangen, aber seit dem hat die Sensibilität noch zugenommen. Ich spüre es inzwischen innerlich ( das Gefühl kann ich nicht beschreiben) schon morgens beim Aufstehen, wenn etwas nicht passt.

    2. Die Quelle ist mein Buch „Die Berufung für Hochsensible“ bzw. durch meine Erkenntnisse aus 25 Jahren Pionierarbeit empirisch belegt. Nennenswerte wissenschaftliche Erkenntnisse gibt es im Übrigen so gut wie keine, da HS erstens wissenschaftlich nicht anerkannt ist (ist nur nur ein umgangsspachlicher Begriff) und zweitens lediglich ein Charakaterzug und keine psychische Störung ist. Es gibt ja auch keine wissenschaftlichen Untersuchungen, ob jemand sportlich, begeisterungsfähig oder gewissenhaft ist bzw. sonstige Charakterzüge in sich trägt …

  14. Ich bin eine hochsensible Arbeitgeberin mit 100 Mitarbeitern in der Hotellerie und Gastronomie. Auch nicht einfach für mich. Aber auch nicht für das Team, denn ich verändere gerade vieles, damit es besser und leichter wird. Veränderungen sind jedoch in jedem Fall für alle Beteiligten eine Herausforderung. Ich fälle meine Entscheidungen durch Intuition. Der Verstand kann das nicht immer greifen und somit hat das Team mehr das Geld im Fokus und ich meine Herzenswünsche oder die Schaffung neuer Werte.

    1. … wunderbar, dass wir mal eine Stimme einer Arbeitgeberin hören. Da ich selbst auch Arbeitgeber bin, stimme ich ausdrücklich zu, dass es nicht nur „den nicht richtigen“ Arbeitgeber für Hochsensible gibt, sondern auch „die nicht richtigen“ Mitarbeiter für Hochsensible. Ich drücke dennoch die Daumen! LG Lu

      1. Liebe HSPler*innen, lieber Luca. Gerade hat mir eine Coaching-Freundin den Link zu Deinem Artikel, Luca, geschickt. Und ich bin ihr unendlich dankbar. Ich möchte mich nämlich gerne HSP-vernetzen.

      2. Gibt es ein Netzwerk hochsensibler Arbeitgeber, die hochsensible Mitarbeiter suchen? Das sollte dann ja besser passen und ich bin gerade auf der Suche nach einem neuen, passenden Arbeitsplatz.

        1. Tipp: Verwende den Begriff „Hochsensibilität“ niemals gegenüber Arbeitgebern. Das gibt nur Missverständnisse und unnötige Diskussionen, da HS nicht eindeutig definiert ist und die Masse eh nichts mit diesem Begriff anfangen kann …

    2. Oh wie schön zu lesen,dass es HSP auch in der Hotellerie gibt ! Ich bin HSP und Masseurin im Hotel und würde mich mehr freuen über solche Arbeitsplätze! Grossartig….

    3. Das klingt für mich wunderbar:)
      Ich würde mir eine hochsensible Arbeitgeberin wünschen..wird vielleicht noch ein hochsensibler Quereinsteiger benötigt?Ich bin gerade in einer Umorientierungsphase!
      Liebe Grüße L.

      1. Hallo Leonie,
        ich habe diese Nachricht erst jetzt gelesen. Wir sind tatsächlich gerade ebenfalls in einer Umstrukturierung. Wir bauen eine Akademie auf. Außerdem gebe ich mit meinem Team in Kürze Seminare für Zukunftsbewusstsein in Unternehmen. Ich werde meine Erfahrungen und mein Wissen an andere Unternehmen weitergeben, damit es immer mehr menschliches und förderliches Miteinander gibt. Das sehe ich als meine Aufgabe an. Wer weiß also, was sich noch so ergibt.
        Liebe Grüße Cerstin Vosteen

    4. Hallo ich heiße Julia und bin Gastronomiefach frau ich suche seit Jahren einen Platz wo ich hingehöre ich hatte eigenlich schon den perfekten Arbeitsplatz gefunden aber dann is mein Chef leider bankrott gegangen und mittlerweile Treib ich wieder von einen zum anderen Betrieb aber wie das in der Gastronomie halt ist sind dort sehr viele starke Persönlichkeit dabei ich bin auch schon seit Jahren am überlegen ob ich mich selbstständig machen soll aber keiner versteht das und alle sprechen nur schlecht darüber bin am überlegen die gastronomie zu verlassen
      LG jul

      1. Hallo Julia, ich bin gerade ebenso zufällig auf diesen Artikel gestoßen.
        Woher kommst du denn?
        Ich würde mich auch gerne selbstständig machen und könnte einen Partner aus der Gastro brauchen. Vielleicht hast du ja intetesse an einem Austausch. Würde mich freuen. Lg Melanie

      2. Hallo Julia,
        ich habe die Antworten erst jetzt gelesen. Eine unserer Mitarbeiterinnen erwartet Nachwuchs. Immer noch Interesse an einem Arbeitsumfeld mit hochsensibler Chefin? Unser Hotel liegt bei Bremen. Eine liebe Freundin wirkt gerade an einem Treffen für Hochsensible in unserem Hotel. Ist für April angedacht.
        Liebe Grüße Cerstin Vosteen

  15. Lieber Luca,

    Wollte wissen was du unter dem 6. Sinn verstehst, ich meine es ist die Körperwahrnehmung (die oft neben den 5 bekannten Sinnen vergessen wird), Intuition/Kreativität etc. wären für mich dann der 7. Sinn.

    Danke

    1. Ja, das ist eine gute Frage, da beide Begriffe 6. und 7. Sinn nicht klar definiert sind. In der psychologischen Wissenschaft gibt es diese Sinne offiziell nicht. Dennoch werden sie verwendet. Manchmal stehen sie für die gleiche Bedeutung und manchmal werden diese beiden Begriffe völlig unterschiedlich verwendet. Ich persönlich meine mit 6. Sinn die Intuition. LG Lu

  16. Es erfreut mich zu lesen das auch diese Dinge mal angesprochen werden. In dieser Gesellschaft hochsensibel zu sein bedeutet viel Kampf um Verständnis!!!
    Eigentlich will man nur das Beste und gibt sich Mühe, denkt vorausschauend, aber keiner will es so richtig wahrnehmen.
    Man gilt als störend. Es fühlt sich an als wäre man eine Bedrohung.
    LG Claudia Reiche

    1. Liebe Claudia! Mir geht es genauso.
      Man sieht Sachen und Dinge, die andere nicht mal merken, oder sehen. Man merkt schneller, wenn etwas nicht stimmt und geht Gefahrensituationen schneller aus dem Weg.

      Liebe Grüße
      Sabine W.

      1. Schön gesagt,dazu gehöre ich wohl auch…sehe, fühle die die anderen Normalsensible nicht sehen können oder eben wollen/können. Schade, finde ich das es in den Feld( Hochsensible) nicht zu 100% ig. Forschungsberichte viel zu erfahren sind.

      2. Danke für die schönen Kommentare der Hochsensiblen . Mein Berufsleben in der Gastronomie war sehr spannend und wunderschön mit meiner HSP.

    2. Endlich mal eine Plattform, in der ich mich selber wieder finde ! Der Artikel passt wie die Faust aufs Auge. Fluch und Segen. Ja, habe schon zweimal meine Arbeit gewechselt, aufgrund der Probleme…..

    1. Hallo Claudia,
      ich bin Coach für feinfühlige und hochsensible Menschen in Gaimersheim bei Ingolstadt. Ich coache im Wald, draussen in der Natur , zu Hause und auch über Skype.
      Ich bin selbst hochsensibel u kann mich deshalb sehr gut in meine Coachees u Situationen hineinversetzen. Schreibe mir über Facebook eine persönliche Nachricht. Viele herzliche Grüße
      Ulrike Sichert-Schuster

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