Weihnachten und Silvester für Hochsensible
(Von Susanne Bürger) Wie Hochsensible Weihnachten und Silvester gelassen und echt erleben können.

Ende November öffneten schon die ersten Weihnachtsmärkte. Es duftete nach Glühwein und gebrannten Mandeln, Lichterketten blinken, Wunschlisten werden länger und das Jahr rast auf seine letzten Wochen zu.
Eine Zeit, die eigentlich für Rückzug und Besinnung steht, wird für viele zur geschäftigsten überhaupt.
Und am Ende wünschen wir uns nichts sehnlicher, als „zwischen den Jahren“ endlich zur Ruhe zu kommen.
Doch wie soll es diesmal anders sein, wenn wir nichts anders machen als die Jahre zuvor?
Während die Natur sich in die Stille zurückzieht, laufen wir Menschen noch einmal zu Hochform auf, äußerlich zumindest. Für Hochsensible bedeutet das oft eine besondere Herausforderung.
Warum die Feiertage Hochsensiblen so viel abverlangen
Weihnachten ist emotional aufgeladen wie kaum eine andere Zeit im Jahr. Für Hochsensible, die Eindrücke intensiver wahrnehmen und länger verarbeiten, kann das schnell zu einem Balanceakt werden.
- Der Spagat zwischen Rückzug und Verbundenheit: Einerseits der Wunsch nach Ruhe, andererseits das Bedürfnis, Zeit mit den Liebsten zu verbringen und niemanden zu enttäuschen.
- Familie und alte Themen: Wenn Generationen zusammenkommen, schwingen oft unausgesprochene Erwartungen, Rollen und alte Muster mit.
- Sinnesüberflutung: Musik, Gerüche, grelles Licht, Gespräche durcheinander, alles, was schön sein kann, wird leicht zu viel.
- Perfektionsdruck: Der Anspruch, dass alles harmonisch und festlich sein soll, kostet Kraft.
- Nachklang: HSP brauchen länger, um Erlebnisse zu verarbeiten. Die stillen Tage danach fühlen sich dann manchmal leer statt erholsam an.
Weihnachten hat für Hochsensible eine besondere Intensität.
Die Magie, das Leuchten, das Miteinander können tief berühren. Aber genau diese Tiefe braucht Raum, um wirken zu dürfen.

Warum bewusste Vorbereitung alles verändern kann
Gelassene Feiertage beginnen nicht am 24. Dezember, sondern Wochen vorher im Kopf und im Herzen.
🕯 Innere Klarheit schaffen:
Wie möchte ich mich fühlen an Weihnachten, an Silvester, in dieser besonderen Zeit? Und was brauche ich, damit das gelingt?
🌿 Alte Muster hinterfragen:
Muss wirklich jedes Jahr alles gleich ablaufen? Oder darf es diesmal leichter, echter, ruhiger sein?
💬 Ehrlich kommunizieren:
Wer rechtzeitig sagt, dass er Pausen braucht oder Treffen entzerren möchte, stößt oft auf mehr Verständnis, als man denkt.
Ideen für entspanntere Feiertage
Ich bin ein großer Fan davon, nicht alles auf diese zwei, drei Tage zu konzentrieren. Warum nicht schon am ersten Adventswochenende ein schönes Beisammensein planen, wenn die Energie noch hoch ist und alle etwas mehr Zeit haben?
Weitere Ideen, die dir helfen können:
🌟 Feiern entzerren:
Lieber mehrere kleine Treffen als ein großes Familienevent.
🌟 Bewusste Rückzugszeiten einplanen:
Kurze Pausen, Spaziergänge oder kleine Rituale zum Durchatmen.
🌟 Energiehaushalt schützen:
Auch an schönen Tagen darf man sich zurückziehen, ohne schlechtes Gewissen.
🌟 Eigenes Ritual schaffen:
Zum Beispiel morgens einen Spaziergang, eine Meditation oder eine kleine Jahresreflexion.
🌟 Erwartungen loslassen:
Weihnachten muss nicht perfekt sein, um schön zu sein, es darf einfach *stimmig* sein.
Erlaub dir, Weihnachten auf deine Weise zu leben
Vielleicht wird es diesmal nicht das perfekte Weihnachten. Aber vielleicht wird es ein echtes. Eins, das deiner Natur entspricht still, liebevoll, wohltuend ehrlich. Je klarer du dir vorab erlaubst, diese Zeit nach deinem eigenen Rhythmus zu gestalten, desto eher kann sie das werden, was sie eigentlich sein will: eine Phase des Innehaltens, des Loslassens und des sanften Übergangs ins Neue.

Reflexionsimpulse für dich
- Was wünsche ich mir wirklich für diese Feiertage und was brauche ich, damit das gelingt?
- Welche alten Gewohnheiten darf ich in diesem Jahr loslassen?
- Wofür möchte ich in dieser stillen Zeit besonders dankbar sein?
Zum Schluss
Gerade rund um Weihnachten und Silvester sind viele Menschen erschöpft, überreizt oder innerlich zerrissen. Kein Wunder: Kaum eine Zeit bringt uns so deutlich in Kontakt mit alten Erwartungen, Familienmustern und überhöhten Vorstellungen davon, wie es „sein sollte“.
Vielleicht ist es Zeit, auch innerlich loszulassen von dem Bild der perfekten Feiertage aus der Werbung.
Denn genauso wenig, wie es meistens keine weiße Weihnacht gibt, darf auch das Fest selbst anders sein: so, wie es zu dir passt. Und wenn du weiterhin den Heiligabend mit „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ starten möchtest, dann mach das auch. Hauptsache, du und deine Lieben habt eine entspannte und friedliche Zeit.
Ich bin Susanne Bürger und begleite Menschen, die sich dem Thema Selbstfürsorge und Selbstführung stärker widmen möchten – besonders dann, wenn das Leben lauter ist, als es sich gut anfühlt.
Und ich wünsche dir hier von Herzen jetzt schon mal einen entspannten Jahresausklang.
Susanne Bürger
Susanne Bürger, systemischer Coach, www.susannebuerger.com, Netzwerkmitglied für 34508 Willingen (D)

Weihnachten ohne Weihnachten 18. 12. 2024
Auf was muss ich alles achten zu Weihnachten?
Ein Adventkranz darf nicht fehlen wir wollen vier Kerzen zählen.
In der Zeit, bis alle vier brennen, gibt es noch viel zu rennen.
Weihnachten du wundervolle Zeit, ich bin noch nicht bereit.
Ich muss dich verschieben, auf unbestimmte Zeit, vielleicht machen wir es diesmal so,
dass du zu mir kommst, wenn es dich freut.
Ich tu einfach so, als wenn es dich heuer für mich nicht gäbe,
ich denke, dass ich so viel besser lebe.
Ich gehe langsam die Straße entlang,
keine Gedanken, ob ich alles bis zum Feste schaffen kann.
Ich gönne mir den Luxus gedankenverloren zu sein
und ich sammle sie nicht wieder ein.
Viele Lichter leuchten, ich schließe die Augen und kann sie spüren,
es ist so als würden sie mich berühren.
Stimmen kann ich hören, ein Kinderlachen ist es, ich folge ihm,
ich weiß es kann mich betören.
Zwei Augen strahlen mich an,
so, dass ich in ihnen das Lachen sehen kann.
Das Kind sitzt auf einem Pferdchen,
das bewegt sich auf und ab, trip und trap.
Es ist ein großes Karussell, es dreht sich nicht schnell,
die Pferdchen bewegen sich in einem Fluss auf und ab , trip und trap.
Musik erklingt, es ist als ob jemand singt.
Ich sehe, da ist eine Kirche in der Nähe, von dort kommt die Musik
Die Tür ist offen, ich gehe hinein,
überwältigt werde ich von dem fröhlichen Gesang und dem hellen Kerzenschein.
Ja, es ist so, ich fühle mich ganz klein und es ist ein sonderbares Gefühl, so zu sein.
Alles ist größer als ich, ich blicke mich um und weiß nicht warum.
Aber es tut in meinem Herzen nicht weh!
Jetzt weiß ich auch warum, weil ich die Krippe seh!
Besinne dich darauf, wie es begann und fang von vorne an.
Auch wenn ich klein bin ist mein Leben ein Gewinn!
Ich setze mich in eine Bank zur Ruh und horche der wunderschönen Musik zu.
Mir ist so warm ums Herz, trotz meinem Schmerz.
Ist es denn schon so weit, bin ich für die Weihnacht bereit?
Du bist es, du hast mich erreicht, deshalb ist es mir ums Herz so leicht.
Es tat mir gut auf dich zu warten,
nicht die Zeit soll bestimmen, wann wir uns auf dich besinnen.
Du bist es die mein Herz erfreut, zu jeder Zeit und so wie heut.
Der Text ist wieder einmal aus meiner momentanen Lebenssituation entstanden. Leider plagt mich der Schmerz so sehr, dass Weihnachten nicht so sein kann wie jedes Jahr! Aber vielleicht wird es ja gerade deshalb ein Fest, das den Sinn der Weihnacht in sich trägt! Mir ist es voriges Jahr so ergangen und ich möchte euch erzählen wie es bei mir war: