Ein Liebeslied für den hochsensitiven Körper
(Von Marina Bär – b01) Viel zu oft beklagen wir uns über unseren hochsensitiven Körper, nehmen ihn teilweise nicht wahr oder blenden ihn im Alltag sogar komplett aus. Erstaunlicherweise fällt uns das leichter, als ihm achtsam und liebevoll zu begegnen.

Mir ist es ein Herzensanliegen, den Körper ins Zentrum der Aufmerksamkeit zu stellen und ihm mehr Wertschätzung entgegenzubringen.
Fühlen wir uns als Persönlichkeiten mit besonderen Bedürfnissen nicht oft allein?
Der Körper ist unser ständiger Begleiter, er schenkt der nackten Seele ein wohliges Erdenkleid. Während er uns umarmt und wärmt, begleitet er uns auf Schritt und Tritt durch das Leben. Er ist genügsam und gibt ausnahmslos sein Bestes.
Auch ist er immer für uns da, selbst wenn wir uns von ihm abwenden.
Wie „ein treuer Hund“ weicht er nicht von unserer Seite, trägt er uns durchs Leben. Die ihm zugrundeliegende Intelligenz übertrifft alles. Er ist eben Natur. Und die Natur weiß sich zu helfen. Sie dehnt sich aus im Raum des ewigen Jetzt. Genauso ist der Körper tief verankert im gegenwärtigen Moment.
Herausforderungen mit dem Körper als Chance sehen
Als hochsensitive Persönlichkeit kann es herausfordernd sein, bei all den Empfindungen, „Verpflichtungen“ und Eindrücken die gute Verbindung zum Körper zu wahren. Manchmal ist alles zu viel. Wie soll man sich da noch zurechtfinden, geschweige denn wohlfühlen?
Es ist einfacher, sich abzulenken, energetisch das Weite zu suchen und dabei Abstand zur Realität zu gewinnen. Fantasie, Vorstellungskraft oder Gedanken tragen uns fort vom gegenwärtigen Moment, hinaus aus einem achtsamen Körperkontakt.
Dieses Weggehen mag eine Ressource darstellen. Auch das Hierbleiben und das Verankertsein können sich als solche entpuppen, wenn wir uns einlassen.
Anstatt den Körper zu ignorieren, uns gegen ihn zu wehren und alles ständig in Frage zu stellen, können wir ihn willkommen heißen, ihn achten und respektieren.
Was wir erleben, ist keine Bestrafung! Wir sind herausgefordert, uns den eigenen Körperreaktionen zu stellen, sie nicht einfach zu ignorieren und dabei Wunder zu entdecken.

In Verbindung sein mit dem hochsensitiven Körper
Früher oder später bricht unser ganzes System zusammen, wenn wir mit Achtsamkeit unserem Körper gegenüber geizen. Er ist immer für uns da, er dient uns. Warum dienen wir ihm nicht, indem wir seine Signale ernst nehmen und auf seine Bedürfnisse eingehen? Ist es uns möglich, ihm mit offenem Herzen zu begegnen, auch wenn uns Gedanken und Gewohnheiten in eine andere Richtung drängen?
Bringen wir die nötige Kraft und vor allem den Mut mit, die Verbindung zu ihm zu wahren?
Herausforderungen sind dazu da, um uns in unsere Kraft zu bringen. Was braucht der Körper, damit es uns als ganzheitliches Wesen gut geht? Wenn wir verbunden sind mit dem physischen Gefäß und liebevoll mit ihm umgehen, nähren wir das eigene Lebensfundament. In diesem Kontakt wurzeln unsere ganze Stärke, tiefgründiges Wissen, Klarheit und auch der innere Frieden.
Unser Körper ist leer ohne uns, vielleicht sogar traurig und ganz bestimmt einsam.
Wenn wir uns liebevoll an ihn wenden und ihm unser Mitgefühl schenken, kann sich diese natürlich vorhandene tiefe Verbindung zwischen ihm und uns verstärken.
Dabei lautet die Devise: Fühler nach innen richten, in Kontakt bleiben, wahrnehmen und vielleicht Fragen stellen, Erkenntnisse wirken lassen und gegebenenfalls das Verhalten anpassen.
Es braucht nicht viel, um eine Wirkung zu erleben.
Der Körper ist ein dankbares Wesen.

Ein herzliches Dankeschön, du hochsensitives Körperwesen
Schon oft ist mir aufgefallen, dass mir mein Körper den Weg weist, ohne dass ich diesen kenne. Er weiß, bevor ich überhaupt verstehe, was los ist. Diese Tatsache bringt mich immer wieder zum Staunen.
Wenn ich nicht darüber nachdenke, was ich zu tun habe, übernimmt er ausnahmslos die Führung und meistert alles bravourös.
Die Herausforderung besteht darin, dies nicht in Frage zu stellen und offen für seine Impulse zu bleiben. Es gibt keinen Grund, ihm nicht zu vertrauen!
Der Körper signalisiert, was er braucht.
Wenn wir achtsam sind und auf die Reaktionen in Form von Empfindungen, Gefühlen oder Bildern achten, dann findet zwischen ihm und uns ein erfüllender Austausch statt. Er weiß, was er braucht, zeigt es und holt es sich, wenn wir ihn lassen.
Unermüdlich sorgt unser hochsensitiver Körper dafür, dass alles am Laufen bleibt.
Er gleicht aus, passt an, alles im Dienste des Überlebens. Notfalls stellt er Funktionen ein, nur um lebenswichtige Organe zu erhalten. An jede neue Situation passt er sich an und findet für alles eine Lösung. In den meisten Fällen erhält er weder Beachtung noch ein Dankeschön. Ist das nicht traurig?
Unsre Körper ist solch ein liebenswertes, aufopferndes Wesen!
An ihm Herumnörgeln können wir. Wenn seine Leistung nicht dem entspricht, was unser Kopf will, erntet er Verachtung. Manche führen ihm dabei Leid zu, sie scheinen ihn zu bestrafen. Andere wiederum helfen künstlich nach: Was nicht funktioniert, wird ersetzt.
Man könnte auch einfach mal Danke sagen und spüren, was dann geschieht.

Das Leben durch den hochsensitiven Körper sinnlich genießen
Ich liebe meinen Körper, bewundere ihn und bin ihm so dankbar, dass er mich durch das Leben trägt. Für mich gibt es nichts Schöneres, als das Leben pur und mit allen Sinnen zu genießen.
Je mehr der Körper sich einbringen darf und gebraucht wird, umso leichter wird alles.
In der Natur geht er auf, dort ist er zuhause. Achtsame Bewegung nährt ihn und hilft ihm sich auszugleichen. Wenn sich der Körper und ich gemeinsam wohlfühlen, dann ist dies das Höchste der Gefühle! Mit den Sinnen das Leben erfahren, eintauchen in Tiefen, welche in der Vorstellung nie erreicht werden können. Das ist pure Erfüllung für mich.
Aus tiefstem Herzen sage ich Danke!
Für uns Hochsensitive ist es unendlich wohltuend, diesen nährenden Ankerpunkt im Leben zu haben. Wie geht es dir mit deinem hochsensitiven Körper? Kannst du ihn umarmen? Welche Art von Beziehung pflegst du zu ihm? Wie fühlst du dich damit? Was tust du im Alltag, um ihn zu würdigen?
Stimmst du mit ein in das Liebeslied für deinen hochsensitiven Körper?
Marina Bär

Marina Bär
ist integrative Energietherapeutin
www.marinabaer.jetzt
Netzwerkmitglied für 7015 Tamins (CH)
BILDNACHWEIS: Bilder wurden entnommen von:

Tagebuch, illustriert mit Aquarellmalerei und schönen Sprüchen zum Nachdenken
Das klassische LUCA TAGEBUCH mit viel Platz zum Schreiben, Malen oder Selbstgestalten
> ISBN 9783982303208
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Oft bewertet der Kopf den Körper nach Leistung und reagiert mit Nörgeln oder Verachtung, wenn er nicht „funktioniert“. Ein bewusstes Dankeschön und mehr Wertschätzung können die Beziehung zum eigenen Körper sofort weicher und heilsamer machen.
Viele flüchten in Gedanken, Fantasie oder „energetisch weggehen“, weil der Moment zu viel ist. Hilfreich ist, bewusst hier zu bleiben: nach innen spüren, wahrnehmen, Fragen stellen und kleine Anpassungen im Verhalten zulassen.
Der Körper erkennt oft früher als der Verstand, was los ist, und kann dich „führen“, wenn du ihm Raum gibst. Wenn du seine Signale ernst nimmst, entsteht ein erfüllender Austausch und du fühlst dich stabiler im Alltag.
In der Natur „geht“ der Körper auf und fühlt sich zuhause, weil Reize natürlicher sind und der Körper sich leichter regulieren kann. Achtsame Bewegung draußen nährt zusätzlich und bringt schneller Ausgleich.
Wenn der Körper sich einbringen darf und nicht nur „mitgeschleppt“ wird, wird vieles leichter und lebendiger. Kleine Rituale wie achtsame Bewegung, bewusster Genuss und regelmäßige Dankbarkeit helfen, wieder in echte Sinnlichkeit und Erfüllung zu kommen.
