3 Hauptstärken von Hochsensiblen

(se) Dass es bereits seit Jahrhunderten hochsensible Menschen gibt, ist für viele keine große Neuigkeit mehr. Unsere Jäger-und-Sammler-Vorfahren profitierten von den Hauptstärken von Hochsensiblen, wie z.B. von der Feinfühligkeit ihrer begabten Artgenossen, weil sie frühzeitig auf Gefahren hinweisen konnten. Oder bei der Spurenlesung, dem Einordnen von Geräuschkulissen, bei der Genauigkeit der Pflanzen- und Beerenbestimmung und vieles mehr.

Saskia F. Elvers
Ein Beitrag von Saskia F. Elvers

Doch wie sieht es zu heutiger Zeit aus? Derzeit spricht man davon, dass etwa 15 bis 20 % der Menschheit hochsensibel ist – Tendenz steigend. Männer und Frauen sind dort gleichermaßen vertreten.

Die Persönlichkeitsentwicklungs-Branche boomt. Wissensvermittlung ist schnell und kostengünstig möglich. Viele Menschen können sich Sicherheiten aufbauen, die ihnen den Weg zur Selbstverwirklichung frei halten. Die tägliche Angst über Leben oder Tod, kennen neue Generationen meist nur aus dem Geschichtsunterricht oder durch Nachrichten bzw. Erzählungen von Migranten. Selbst die Vernetzung war nie so einfach wie heute – Social Media macht es möglich, auch wenn sie Vielerlei für Verbreitung von Toxizität missbraucht wird.

Besonders Hochsensible profitieren von der neuen Zeit, da sie das folgende Dreieck von Stärken auf natürliche Weise mitbringen:

  1. Selbstreflexion
  2. Empathie
  3. Wissen

1. Selbstreflektion

Hochsensible zweifeln häufig an sich selbst. Das wird erst zu einer kritischen und toxischen Eigenschaft, wenn ein mangelnder Selbstwert vorliegt und sie dadurch Konflikte vermeiden oder durch explosionsartige Entladung austragen. Sobald ein gesunder Selbstwert vorliegt, werden auch die Selbstzweifel gesünder und tragen zur eigenen Selbstreflexion positiv bei. Der Grundbaustein für die eigene Selbstverwirklichung ist gelegt.

Besonders Hochsensible sind zur Selbstreflexion fähig.

2. Empathie

Da HSPs sehr soziale Menschen sind, selbst wenn sie zu den introvertierten gehören, schließen sie auf natürliche Weise in den Grundbaustein der eigenen Selbstverwirklichung auch ihre Mitmenschen mit ein. Hochsensible Personen haben die Fähigkeit das Große Ganze zu sehen, da sie alle drei Arten der Empathie mitbringen – emotionale, kognitive und soziale Empathie.

Mit einem gesunden Selbstwert denken Hochsensible nicht nur an sich, sondern vor allem auch an andere, was sie zu einem Friedensgeschenk dieser Welt macht, ohne sich aufzuopfern.

3. Wissen

Geborene Kinder sind allgemein neugierig, doch Hochsensiblen kann man diese natürliche Neugierde nicht mal mit den Worten „frag nicht immer so viel nach“, „du musst nicht alles wissen“ oder „wieso, wieso, wieso? – nerv mich jetzt nicht weiter“ abtrainieren. Getreu den Worten der Sesamstraße „wer nicht fragt bleibt dumm“, werden sie sich auch im Erwachsenenalter über, ihnen interessante Themen informieren, selbst wenn ihr Umfeld das für Zeitverschwendung oder sie für absonderlich hält.

Das Spektrum kann dabei weit gefächert sein und sich auf Basiswissen in vielen verschiedenen Bereichen aufbauen oder gar in einem Expertentum mit wenigen Spezialgebieten entfalten.

Durch die angeborene Empathie und verankerte Weitsicht auf die Gesellschaft, ist es besonders HSPs möglich, ihren Mitmenschen dieses Wissen in angemessenen Häppchen zuteilwerden zu lassen. Mit einem gesunden Selbstwert können sie dies in ihren beruflichen Werdegang integrieren, ohne das Gefühl zu haben eigennützig zu agieren, weswegen Hochsensible häufig in helfenden Positionen zu finden sind (z.B. Beratung, Medizin oder Psychologie).

Wir leben noch immer in gesellschaftlichen Strukturen des Patriachats. Selbst mit 20 % der Bevölkerung bilden Hochsensible eine Minderheit, mit der man alleine diese Strukturen nicht verändern kann. Doch wieso steigt die Wichtigkeit der Hochsensiblen dennoch? Ganz einfach – ihnen fällt es leichter sich mit den Menschen zu verbünden, die ebenfalls bereits gegen das Patriachat ankämpfen. Frauenrechtsbewegungen, Kinder- und Jugendbewegungen und die Queere-Szene dominieren immer mehr die Themen unserer Gesellschaft, zusätzlich zum Klima- und Umweltschutz, Gesundheitswesen und finanzieller Absicherung. Dort sind auch viele Menschen vertreten, die selbst nicht hochsensibel sind.

Mit der richtigen Balance aus dem o.g. Dreieck gehen hochsensible Persönlichkeiten häufig nochmal ganz anders an die Themen ran und können diese auf eine weitere Art und Weise vermitteln. Davon profitiert nicht nur die jeweilige Bewegung/Szene, sondern langfristig auch die Weltbevölkerung.

Auch wenn Hochsensibilität eine Gabe ist, bedeutet es nicht, dass man zum Superheld aller Bereiche mutieren muss. Auch die uns bekannten Superhelden aus Film und Fernsehen haben jeder ihre ganz besonderen Eigenschaften – genau wie jeder HSP. Seine eigene Fähigkeit zu finden und diese zu nutzen, macht einen nicht nur glücklicher und erfüllter, sondern ist wichtiger denn je – nicht nur für Hochsensible. Wie bereits am Anfang erwähnt, haben unsere Ahnen-HSPs schon essentiell dazu beigetragen, dass die Spezies Mensch überlebt. Das hat sich nie geändert, selbst nicht durch die häufig noch aktuelle Denkweise „Sensibilität ist Schwäche“.

Damit sich diese Denkweise in der Gesellschaft wieder ändert, braucht es eine veränderte Einstellung bei uns und den Mut unsere Gaben anzunehmen und aktiv in der Welt zu vertreten – in genau den Bereichen, die intuitiv bereits seit der Geburt individuell in uns verankert sind.

Saskia F. Elvers,
Netzwerkmitglied und Intuition- & Toxic-Coach,
www.eternalspark.de

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Bildnachweis: LUCA TAGEBUCH, illustriert mit Aquarellmalerei und schönen Sprüchen zum Nachdenken, ISBN 9783982303208

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Ein Kommentar

  1. Es ist immer wieder erfüllend solche Beiträge zu lesen, welche meinen Selbstwert steigern. Schön zu wissen, dass man nicht alleine ist obwohl ich dieses Gefühl oft habe, da ich leider noch nicht so vielen HSP’s begegnet bin.
    Danke für den Bericht.

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