Hochsensible Frauen in den Wechseljahren

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(pna-db153) Vielleicht ist dir als hochsensible Frau ab vierzig aufgefallen, dass sich deine hochsensiblen Eigenschaften verstärkt haben? Oder du hast von Frauen gehört, die berichten, dass die Hochsensibilität im Alter stärker wird? Willkommen in den Wechseljahren.

Als hochsensible Frau, die gut in ihren Körper fühlen kann, spürst du Schwankungen im Hormonsystem stärker.

Wir Frauen haben den Einfluss unserer Geschlechtshormone auf unser hochsensibles Wesen schon einmal mitbekommen, in der Zeit unserer Pubertät. Vielleicht kannst du dich noch daran erinnern, vielleicht geht es dir aber auch wie mir und du kannst dich an deine Pubertät gar nicht mehr erinnern.

Petra Nadolny, Netzwerkmitglied
Ein Beitrag von Petra Nadolny

Zurück zu den Wechseljahren. Mit Ende dreißig bleibt ab und zu der Eisprung aus, was bedeutet, dass das Progesteron, eines unserer Geschlechtshormone, im Körper stärkeren Schwankungen ausgesetzt ist. Noch merken die meisten Frauen nicht viel, vielleicht stellt sich das Prämenstruelle Syndrom, kurz PMS, ein.

Außer der Regulation des weiblichen Zyklus, zusammen mit den Östrogenen, weiterer Sexualhormone, hat Progesteron einen großen Einfluss auf das zentrale Nervensystem. Progesteron lässt uns ausgeglichener, ruhiger und weniger ängstlich sein – eigentlich das ideale Hormon für uns hochsensiblen Frauen.

Was wir irgendwann merken ist, dass uns die Leichtigkeit im Leben abhandengekommen ist, das wir früher irgendwie fröhlicher waren.

Schlafstörungen und eben eine noch deutlicher verminderte Stressresistenz und eine gewisse Ängstlichkeit sind typische Zeichen für einen Mangel an Progesteron.

Hochsensible Frauen in den Wechseljahren, Artikel, Petra Nadolny, Bild03Genauso wie das Progesteron verändern sich auch die Östrogene. Es kann, durch den Progesteronmangel zu einer Östrogendominanz kommen, die neben körperlichen Symptomatiken auch zu Schlafproblemen und Müdigkeit, sowie Depressionen führen kann. Letztendlich werden aber auch die Östrogene weniger, was wiederum zu Mangelsymptomen führt – das können sein Stimmungsschwankungen, Gereiztheit und eine Unruhe, die sich oft nicht erklären lässt.

Genauso wie bei einem Östrogenüberschuss, kann sich auch ein Mangel mit Schlafstörungen und Depressionen zeigen. Es ist für viele hochsensible Frauen an sich schon schwierig genug in eine innere Ruhe zu kommen, lassen wir uns doch so leicht von noch so kleinen Einflüssen eben aus dieser bringen. Nun sorgt auch noch das schwindende Östrogen für eine Steigerung der Unruhe. Das können wir gerade noch gebrauchen…

Wir hochsensible Frauen machen uns viele Gedanken, Gedanken um Gott und die Welt.

In überreizten Situationen, wenn wir uns mal wieder gestresst fühlen, haben wir das Gefühl nicht mehr richtig denken zu können. Auch hier möchten die schwindenden Hormone mitspielen. Östrogen hat einen großen Einfluss auf unser Nervensystem und auf unsere Leistung im Gehirn. Ohne ausreichend Östradiol, eines der Östrogene, kann es sich ungünstig auf unsere Gedächtnisleistung auswirken und wir leiden unter dem sprichwörtlichen Nebel im Kopf. Wer kennt das und hat sich schon still und leise gefragt, ob das Vorboten einer Demenz sind? Nein, es sind NUR die Hormone.

Versiegt langsam die Hormonproduktion in den Eierstöcken, gibt es immer noch die Nebennieren. Sie produzieren in kleinen Mengen ebenfalls Hormone unter anderem auch das Dehydroepiandrosteron kurz DHEA genannt. Noch etwas wird in den Nebennieren gebildet, das Stresshormon Cortisol. Wir hochsensible Menschen haben eine geringe Stresstoleranz, unsere niedrige Reizschwelle lässt uns schnell mit Stress reagieren.

Cortisol wird oft ausgeschüttet, über einen längeren Zeitraum kann dies zu einer Schwäche der Nebennieren führen, einer sogenannten Nebenniereninsuffizienz.

Hochsensible Frauen in den Wechseljahren, Artikel, Petra Nadolny, Bild02Das DHEA ist der Gegenspieler vom Cortisol. Es wird mit den Jahren immer weniger gebildet und schnell kommt es bei einer geschwächten Nebenniere zu einem DHEA-Mangel. Die Symptome dürften vielen Hochsensiblen bekannt sein. Wir sprechen hier unter anderem von Müdigkeit, Leistungsabfall, Depression, Ängstlichkeit und Antriebslosigkeit.

In dieser Phase ist es noch einmal so wichtig auf dich zu achten und den täglichen Stress zu minimieren. Achte auf Ruhezeiten, auf ausreichend Schlaf und gesunde ausgewogene Ernährung. Vielleicht hilft dir das Meditieren oder regelmäßige Spaziergänge in der Natur.

Sieh die Wechseljahre als eine Zeit an, in der du die wichtigste Person bist und gehe mit dieser Person achtsam um.

Um das Hormondefizit auszugleichen frag deinen Frauenarzt/-ärztin ob diese dir Hormone verschreibt, im Idealfall bioidentische Hormone. Vielleicht hast du aber auch Glück und du gehörst zu den wenigen Frauen, die keine Probleme mit den Hormonen in den Wechseljahren haben.

Petra Nadolny – Hochsensibel die Natur erleben, Beratung für hochsensible Frauen und Kinder
Netzwerkmitglied für 29392 Wesendorf (D), www.petra-nadolny-sensitiv.de

Weiterführende Quellen zum Thema:
https://www.swr.de/swr2/wissen
https://nachrichten.idw-online.de/2023/10/13


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