Hochsensible Kinder – Hochsensible Eltern

(Von Jessica Hoffmann)

In vielen Erstgesprächen mit Eltern, schalten sich meine feinfühligen Antennen an, wenn Mama und Papa von ihrem Kind berichten. Das Thema Hochsensibilität kommt zu diesem Zeitpunkt meistens noch nicht zur Sprache. Im Laufe unserer gemeinsamen Reise mache ich, wenn es sich für mich bestätigt, darauf aufmerksam und witzigerweise bekomme ich dann meistens die Rückmeldung der Eltern, dass sie bereits schonmal über das Thema gestolpert sind und nicht nur Ihr Kind wiedererkennen, sondern auch sich selbst – oft ist es entweder die Mama oder Papa. Da zum einen davon ausgegangen wird, dass Hochsensibilität vererbt werden kann, ist es nicht verwunderlich, dass es ebenso auf ein Elternteil, eventuell auch auf beide, zutreffen kann.

Mein Kind ist hochsensibel und ich auch – Was nun?

In den Gesprächen sehe ich zunächst einerseits erleichternde, aber auch verzweifelte Gesichter, was ich absolut nachvollziehen kann. Erleichterung, weil Du Dich endlich verstanden fühlst und Verzweiflung, weil Du Dich fragst: Wie geht es denn jetzt mit dieser Information weiter?

Ich bin selbst hochsensibel und war auch an diesem Punkt. Eins kann ich Dir versichern – es geht weiter und Du kannst lernen Deine Hochsensibilität, sowie die Deines Kindes, als Fähigkeit anzusehen.

Wie können wir einen Weg für uns als Familie finden?

Als Hochsensible*r fühlen wir uns oft anders und genau dieser Punkt kann meistens Konsequenzen mit sich ziehen. Wichtig ist als hochsensible Mama oder hochsensibler Papa sich mit den eigenen Themen auseinanderzusetzen:

  • Gibt es noch Themen aus der eigenen Kindheit, die Dich beschäftigen?
  • Gibt es Glaubenssätze, die mit unangenehmen Emotionen verbunden sind, wie zum Beispiel: „Du bist zu empfindlich.“ „Du musst stark sein.“ „Jungs weinen nicht.“

Kinder lernen nämlich durch Vorbilder und die größten Vorbilder sind nun mal die Eltern. Wenn Du mit gutem Beispiel voran gehst und an Deinen Blockaden arbeitest, dann kannst Du selbst Deine Hochsensibilität annehmen und verkörperst wiederum Deinem Kind, dass es etwas Wundervolles ist, feinfühlig zu sein.

In meinen Coachings gebe ich den Eltern immer mit, dem Kind zu zeigen und zu sagen, dass es genauso richtig ist, wie es ist – alles, was Du fühlst, darf da sein. Das Wichtigste ist, Kinder bedingungslos zu lieben und ich bin mir sicher, das machst Du bereits.

Menschen, die nicht hochsensibel sind, können Dein Kind vielleicht nicht immer verstehen, aber wer kann das besser als eine hochsensible Mama oder ein hochsensibler Papa?


Jessica Hoffmann,
Elternbegleiterin sowie Kinder-, Jugend- und emTrace®-Coach
https://baerenstark-coaching.de

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6 Kommentare

  1. Hallo Jessica,
    Welche Strategien sind es um deine Energie zu schützen? Ich brauche Tipps da ich selbst hochsensibel bin und mir meine Schwiegermutter mir meine gesamte Energie gerade raubt und ich sie mittlerweile anschreie. Das ist nicht meine Art so zu sein.
    Ich habe jetzt schon den Kontakt abgebrochen.

    1. Hallo liebe Anja 🙂 danke für’s Teilen. Das kann ich absolut nachvollziehen, nur können wir leider andere Menschen nicht ändern. Wir können jedoch darauf achten, auf uns selbst aufzupassen, deswegen ist es super, dass Du nach einem Weg für Dich suchst :-). Das ist ein Mix aus vielem und definitiv reine Übung, sowie ein Prozess, also hab Geduld mit Dir :-). Ich hab beispielsweise eine feste Morgen- und Abendroutine, die varriert immer Mal wieder inhaltlich, aber alleine diese Struktur im Tag zu haben und bewusste Zeiten für mich alleine, sind goldwert. Ich bin Emotionscoach und hab verschiedene Methoden, wenn ich sehr emotional bin. Das würde jetzt aber den Rahmen hier im Kommentar sprengen :D. Ansonsten habe ich vor kurzem eine Meditation aufgenommen, speziell zum Thema eigene Energie zu schützen. Wenn Du magst, schreibe mir doch über meine Homepage – dann kann ich sie Dir per Mail schicken und Du kannst es mal für Dich testen 🙂 Ganz liebe Grüße

  2. Meine Mama ist auch Hochsensibel, so wie ich. In meiner Kindheit führte das zu vielen Konflikten mit meiner älteren Schwester. Viele Sätze wie „Das fühlt man doch“ oder „Das weiß ich einfach“, waren für meine Schwester unverständlich und nicht nachvollziehbar. Ich habe lange Zeit mit dem Versuch gebracht, meiner Schwester „unsere“ Sichtweise zu erklären, was manchmal mehr schlecht als recht gelingt. Es freut mich daher zu lesen, dass es Menschen gibt die anderen Familien dabei helfen mit diesem Thema umzugehen. Ich hätte mir gerne schon früher solche Menschen gewünscht.

    1. Danke für Deine Offenheit und das Teilen Deiner Geschichte :-).
      Ich kann Dich absolut nachvollziehen und manchmal braucht es wirklich eine außenstehende Person, damit Menschen Verständnis für etwas gewinnen können.

  3. Kompakter und aufschlussreicher Artikel, der durchaus zum nachdenken anregt. Aus meiner Sicht ein wichtiges Thema und toll, dass Menschen wie du das Thema präsenter machen, mit der oftmals negativen Konnotation der Hochsensibilität aufräumst und Eltern sowie Kindern Wege aufzeigst, diese Charaktereigenschaft wertzuschätzen und für sich zu nutzen.

    1. Vielen Dank für dieses wertvolle Kommentar! 🙂
      Ich habe zu Beginn auch mit dem Thema gekämpft und mit den Jahren einen Weg gefunden, es als Geschenk anzusehen. Heute weiß ich, es ist eine absolute Fähigkeit von mir und ich habe Strategien mit bestimmten Themen im Alltag umzugehen, zum Beispiel meine Energie zu schützen. Ich hätte mir vor einigen Jahren jemanden an meine Seite gewünscht, die/der mich versteht und aufklärt. Deshalb ist es mir eine absolute Herzensangelegenheit darauf aufmerksam zu machen und Menschen diesbezüglich zu unterstützen. 🙂

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