6 Tipps für Hochsensible zum Thema Selbstwert & Selbstliebe

Ursula Yngra Wieland
Ein Beitrag von Ursula Yngra Wieland

(uyw-db092-b04) Seit über zwanzig Jahren arbeite ich, selbst hochsensibel, in meiner Praxis für holistische Psychotherapie mit hochsensiblen und hochempathischen Menschen. Auffällig viele Hochsensible leiden unter mangelndem Selbstwert und fehlender Selbstliebe, was oft zahlreiche Unwägbarkeiten im täglichen Leben nach sich zieht.

Schon die weniger Sensiblen haben in unserer virtuell geprägten, gefilterten Welt damit zu kämpfen, weil sie nicht perfekt sind, Hochsensible betrifft das noch viel mehr. Die sozialen Medien suggerieren absolute Schönheit, Reichtum, Gute Laune und Coolness 24/7.

Die Realität sieht anders aus, aber das dringt nicht durch. In unserer leistungsgetriebenen Gesellschaft verlangt sich die Mehrzahl der Menschen viel ab – erst die neue Generation kommt von diesem ungesunden Kurs ab, verfällt dabei aber ins Gegenteil. Wie so oft muss das Pendel erst stark in die andere Richtung ausschlagen, bevor es sich auf ein ausgewogenes Level einschwingt.

Viele der hochsensiblen Menschen, die zu mir in die Praxis kommen, leiden darunter, dass sie das Gefühl haben, nicht mithalten können.

Bei der Arbeit. Im Familienleben. In der Partnerschaft. Beim Feiern. Beim Sport. Die Betroffenen sehnen sich danach zu leben, anstatt gelebt zu werden.

„Andere schaffen das doch auch!“, höre ich oft. Ohne der eigenen Konstitution mit Achtsamkeit und Bewusstsein zu begegnen, vergleichen sich hochsensible Persönlichkeiten mit dem, was andere scheinbar problemlos meistern. Äpfel und Birnen kann man nicht vergleichen, vergiss das nicht.

Wenn du hochsensibel bist und empfindlich auf Geräusche reagierst, ist ein Tag im Großraumbüro genauso nervenaufreibend, wie nachts durch eine gefährliche Gegend zu gehen. Wenn eine größere Ansammlung von Menschen eine Herausforderung für dich darstellt, ist ein Abend mit Freunden in einem Lokal – Überraschung! – kein Vergnügen. Noch stundenlang danach bist du aufgeladen von der Atmosphäre und fühlst dich wie ein überdrehter Brummkreisel, hast Schwierigkeiten beim Einschlafen und dementsprechend fühlst du dich am nächsten Morgen wie gerädert.

Bist du geräuschempfindlich und hast zusätzlich ein Problem mit mehreren Menschen in einem Raum, fühlst du dich nach einem Kindergeburtstag wie vom Bus überfahren und brauchst drei Tage, dich davon zu überholen.

„Und was soll ich jetzt machen?“, fragst du.

Meine 6 Tipps für mehr Selbstliebe und einen höheren Selbstwert

1. Als erste Maßnahme höre damit auf, dich mit anderen zu messen. Es bringt nichts, sich mit anderen zu vergleichen.
Manche Menschen haben die Konstitution einer Anemone und andere haben die Konstitution einer Sonnenblume. Akzeptiere das und sorge dafür, dass du herausfindest, welche Kraftquellen du hast und wie deine persönliche Psychohygiene aussieht.

2. Nimm dich nicht als Opfer wahr, sondern ändere etwas an deiner Haltung dir selbst gegenüber.
Verlange dir nichts ab, was nicht sein muss und sei bestrebt, dir das, was du tun musst, so liebevoll dir selbst gegenüber wie möglich zu gestalten.

3. Meditiere.
Meditation ist meiner Erfahrung nach eine besonders kraftvolle Medizin für Hochsensible und hochempathische Persönlichkeiten. Sitze fünfzehn Minuten am Tag still, zähme die Dämonen und bleib einfach sitzen, ohne dein Handy checken zu müssen. Schließe die Augen und atme. Beobachte deinen Atem und lass die Gedanken, die in deinem Gehirn herumfuhrwerken da sein und dann weiterziehen. Das reicht völlig aus. Du kannst dir auch geführte Meditationen anhören. Nimm dir fünfzehn Minuten Zeit am Tag und du wirst nach einer Weile eine wundervolle Veränderung erleben.

4. Beschränke soziale Netzwerke auf ein Minimum.
Onlinemedien bilden selten die Realität ab. Je weniger du davon konsumierst, umso geringer ist die Gefahr, unbewusst realitätsferne Vorbilder zu übernehmen bzw. in die Falle der Fremdbestimmung zu tappen.

5. Halte dich so oft wie möglich in der Natur auf.
Vor allem Wald entstresst und wirkt sich positiv auf deine Körperchemie und damit auf das Nervensystem aus.

6. Ernähre dich vollwertig.
Und verzichte weitgehend auf Genussgifte, vor allem auf Zucker.

7. Füge kleine Rituale der Achtsamkeit in deinen Tag ein.
Rituale sind Vitamine für die hochsensible Seele.

Dies sind nur einige Geschenke, die du dir machen kannst, um dich zu stärken und der wilden Welt gewappnet gegenüberzutreten.

Liebe dich selbst genug, um deiner Anemonenstruktur gerecht zu werden.

Ganz automatisch wird dein Selbstwert wachsen, denn du wirst dich mehr in dir und damit kraftvoller fühlen.

Alles Liebe

Ursula Yngra Wieland, Phönixx Lebenscoaching
Netzwerkmitglied für 85551 Heimstetten, www.lebenscoaching-muenchen.de
Autorin von Elternratgeber: – Kinder selbstbewusst begleiten – Wie Eltern die „copy-paste-Falle“ vermeiden“

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