Hochsensible und ihr feiner Geruchssinn

Hochsensible und ihr feiner Geruchssinn
Inga Dalhoff
Ein Beitrag von Inga Dalhoff

(id-db005-b01) Hochsensible und ihr feiner Geruchssinn ist immer ein typisches Thema. Deshalb reagieren sie empfindlich auf Gerüche, haben ein gutes Geruchsgedächtnis und auch ein feines Näschen für Stimmungen, Energien und Befindlichkeiten anderer.

Gönne deiner Nase eine Auszeit

Über unsere Sinnesorgane nehmen wir mehr Eindrücke auf als viele andere Menschen. Und so ist auch unser Geruchssinn in der Regel gut ausgeprägt und beschert uns eine Menge intensiver Eindrücke. Nicht immer macht uns das glücklich, denn die Welt ist voller Gerüche, die uns unangenehm sind und spürbar belasten.

Die unangenehme Flut an künstlichen Gerüchen

Ich persönlich bin begeistert von natürlichen Düften, sofern sie nicht zu intensiv sind. Genau deshalb koche und gartle ich gern. Ich liebe es, an Gewürzen und den Blumen zu schnuppern. Wenn die Linden in unserer Straße blühen, schwebe ich auf Wolke sieben. Doch leider mischen sich eine ganze Menge unerwünschter Gerüche unter die Naturdüfte.

Gerüche, die mich spürbar stressen, die mich zum Niesen bringen und mir Kopfschmerzen bereiten, mich manchmal sogar aggressiv stimmen, sind zum Beispiel:

  • Raum- und Textilerfrischer
  • Duftkerzen
  • Waschmittel
  • Parfums & Aftershaves
  • Shampoos, Duschgele und Haarsprays
  • Abgase und Benzingerüche
  • Künstliche wie auch natürliche Aromen in unnatürlich starker Form
  • Rauch und Räucherwerk
  • Zigaretten-, Zigarren- oder Shisharauch
  • Gülle
  • Körpergerüche und Schweiß
  • verbranntes Bratenfett und Grillgerüche
  • der stechende Geruch von durch Rodung oder Trockenheit gestresstem Wald
  • Feuchtigkeit und Muffigkeit in alten Gemäuern

Das Wissen darum, dass viele dieser Gerüche auch nachweislich gesundheitsschädigend sind, macht mich im Umgang mit ihnen nicht gerade entspannter.

Pausen für die Nase

Viele der genannten Gerüche empfinde ich als stechend und klebrig. Ich habe das Gefühl, sie den ganzen Tag nicht mehr aus der Nase zu bekommen. Sie haften an meiner Kleidung und in meinen Haaren und „verfolgen“ mich über Stunden. Sie bereiten mir Unwohlsein oder Kopfschmerzen, machen mich bisweilen aggressiv.

Da ist das Fahren in öffentlichen Verkehrsmitteln oder der Besuch einer Party, selbst das Einkaufen eine Herausforderung.

Denn inzwischen werden wir von überall her beduftet. Durch Straßenverkehr und Landwirtschaft, in Geschäften und von den unendlich vielen Menschen, die sich begeistert in „duftende“ Wäsche kleiden, mit Parfum einsprühen und ihre Haare mit Haarspray in Form bringen.

Das Lüften im Sommer wird für mich zum nervenkitzligen Abenteuer.

Wir wohnen im Dachgeschoss und so steigen die Gerüche aller anderen Mietparteien auf und ziehen beim Lüften in unsere Wohnung. Unbeaufsichtigtes Lüften kann dazu führen, dass wir im Zigaretten- oder Shisha-Geruch schlafen müssen oder bei unseren morgendlichen Atemübungen eine gehörige Portion klebrige Parfum- und Duschgel-Gerüche tanken.

Was meinen nicht hochsensiblen Partner „nur“ stört, kann mich vollkommen überreizen.

Es gelingt mir immer seltener, der Geruchsflut zu entfliehen. Sie scheint größer zu werden. Rückzug hilft. Doch wenn fremde Gerüche in meinen Kokon, meine Wohnräume vordringen, dann werde ich schnell ungehalten. Eine heiße Wohnung, die ich im Sommer nicht lüften kann, ohne die Gerüche anderer in meiner Wohnung zu haben, bringt mich an meine Grenzen.

Deshalb räume ich in meinem persönlichen Umfeld mit Gerüchen auf. Künstliche Düfte jeglicher Art sind in unseren vier Wänden tabu. Ein kleiner Beitrag zu einer geruchsfreieren Welt und eine Atempause für meine Nase ist gemacht. Immerhin.

Und wird es mir zu geruchsbunt, dann mache ich mich auf den Weg in den Garten oder in den Wald und entspanne meine Nase. Das tut gut.

Es gibt sie noch, die Inseln mit wenig Geruch.

Welche Erfahrungen hast du mit Gerüchen gemacht?

Neugierige Grüße, deine Inga Dalhoff

Mama ist voll gechillt: Ein Buch für Mamas und für Papas, Omas, Opas ...Inga Dalhoff, Bloggerin, Netzwerkmitglied für 82061 Neuried (D)
Autorin, Begleiterin für Hochsensible, www.zart-stark.de

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6 Kommentare

  1. Jetzt weiß ich, das ich es bin!
    Danke dafür 😉
    Wir renovieren gerade ein altes Haus – ich rieche leider einen unwahrscheinlichen Muff der nach einigen Stunden in unsren Klamotten hängt. Mein Partner kann dann nicht erriechen. Die meisten riechen das nicht! Teilweise komme ich mir sonderbar vor. Wir lassen das nun prüfen aber ich bin mir sehr sicher, da ist etwas nicht in Ordnung. Natürlich erlebe ich das im Alltag auch aber bisher habe ich es immer etwas für mich behalten…..

  2. Genau, ich kann die Liste der „guten“ wie auch „schlechten“ Gerüche gerne bis fast unendlich ergänzen.
    Gerüche sind für mich Flich und Segen, meistens Segen.
    Wieviel bunker ist doch die Welt der Hochsensiblen!
    Manchmal bilde ich mir ein, eine gute Kreatorin von Parfums geworden zu sein….

  3. Hallo
    Ich bin durch Zufall auf diese Seite gestoßen weil ich nun mlt über 40 realisiere warum ich anders bin.
    Wäsche 2-3 Stunden in der Maschine vergessen? Muss ich neu waschen denn ich reagiere extrem auf den Geruch von „altem Wasser“. Auch Hotels mit Teppich sind schlimm.
    Dazu bin ich sensibel mlt Geräuschen: der Fernseher ist laut, Kind 1 hämmert beim basteln, Kind 2 weint und der Partner redet. Keiner versteht was das for mich bedeutet. Ich sage immer so viele Geräuschquellen machen mich wahnsinnig..,
    Auch nehme ich alles wahr n der Öffentlichkeit. Jeder Blick, jedes Wort. Das wollte jahrelang keiner glauben. Ich galt und gelte als verrückt. Gerade schlaflos wegen zu hochdosiertem Waschpulver auf einem Hemd im Kleiderschrank..
    Ich wünschte das hört auf, aber nur wer weiß was er hat, kann daran arbeiten

  4. Mein nichtsensibler Partner hat durch Corona seinen Geruchssinn ziemlich verloren. Was er nun zuhause an Gerüchen „parkt“ bringt mich regelmäßig an meine Grenzen. So oft wollte ich schon ausziehen, nur deswegen. Das kann kaum jemand verstehen. Leider

  5. Danke für diesen Bereich unserer HS.
    Leider gibt es für die Nase keine Kopfhörer.
    Ich bin 60j,m, und bin es gewohnt,daß man/frau keine Rücksicht nimmt.
    Deshalb bleibt mir oft nur die Flucht und Vieles kann ich einfach nicht (mit)machen.
    Das Buch „ das Parfum“ von Süßkind hab ich verschlungen.
    Auf der anderen Seite kann ich mich auch über meine Gabe sehr freuen.
    Nach einem Gewitter, Duft von Kräutern,Kaffee etc.
    Stimmt, im Wald ,alleine ist es schon Erholung . Für alle Sinne.
    Gerne kann ich deine Liste ergänzen.
    Ich glaube sie wird unendlich…

  6. Genauso kenne ich das auch. Durch Corona habe ich dann vor circa einem Jahr meinen Geuchsinn verloren. Und ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich das ein wenig wie Urlaub von all dem erlebe.

    So langsam kann ich wieder etwas riechen, aber bei weitem nicht so intensiv wie es mal war. Viele Menschen bedauern mich deswegen. Mir selber fehlt aber gar nichts.

    Mittlerweile ist es sogar so, dass ich einige Gerüche fühlen kann. Deswegen mache ich mir auch keine Gedanken mehr darum, dass die Warnfunktion des Geruchssinns bei mir ja nun auch fehlt

    Ein toller Artikel, vielen Dank dafür.

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