Die Kommunikation von Hochsensiblen

(Von Silvia Christine Strauch)

Silvia Christine StrauchHochsensible Menschen können sehr gut zwischen den Zeilen lesen – meist besser als die ihnen gegenübersitzende Person.

Durch diese sehr feine Wahrnehmung nehmen sie oftmals Stimmungen, Tendenzen von anderen auf und reagieren darauf. Oftmals ist dies natürlich von Vorteil, denn durch diese feinsinnige Kommunikation kann man sich überaus gut verständigen. Doch so manches Mal kommt dies beim anderen nicht so an wie gemeint, unter Umständen sogar deshalb, weil der Hochsensible Dinge an ihm wahrgenommen hat, die ihm bisher gar nicht bewusst waren. Reagiert der Gesprächspartner dann etwas heftiger, ist der Hochsensible meist brüskiert und reagiert entsprechend.

Hochsensible sind gute Zuhörer.

Sieht man sich diese Situation einmal näher an, so erfolgt der Austausch, die vermeintliche Kommunikation, meist in der Art, dass der eine dem anderen, in diesem Falle dem Hochsensiblen, jede Menge Dinge erzählt, diese ausschmückt und vom Hölzchen aufs Stöckchen kommt, da es so angenehm für ihn ist, einem guten Zuhörer gegenüber zu sitzen.

Gibt der Hochsensible ab und zu einen Kommentar dazu ab, fühlt sich der der Gesprächspartner gleich motiviert, weitere Einzelheiten hinzuzufügen. Der Hochsensible fühlt sich aufgrund dieser Informationsflut immer mehr überlastet und versucht die Geschichte zusammenzufassen. Gelingt ihm dies nicht, wird er leicht ungeduldig, da seine Reizschwelle schon lange überschritten wurde. Dank seiner feinen Wahrnehmung weiß er längst um was es dem anderen geht, dringt aber nicht zu ihm durch oder der andere will dies gar nicht sehen oder hören. Reagiert der Hochsensible dann irgendwann leicht aufbrausend oder ungeduldig wird der andere mit Unverständnis kontern.

Hochsensible können schnell ungeduldig werden, weil sie längst wissen, um was es geht, während das Gegenüber noch dabei ist, seine Kommunikation auszuschmücken.

Aber wie ist ein Kommunikationsbruch zu vermeiden? Eine gute Kommunikation erfordert Übung und Disziplin von beiden Seiten aus. Es reicht nicht aus nur zuzuhören. Man muss aktiv zuhören, also sich rechtzeitig versichern, dass man den andern auch richtig verstanden hat. Nicht nur damit man selbst weiß, dass man auf dem richtigen Weg ist, sondern auch damit der Andere weiß, dass wir ihm gedanklich folgen.

Bringt man eine eigene Meinung mit ein, dann sollte man darauf achten, sie auch als eigene Meinung zu kennzeichnen und nicht versuchen dem anderen Vorschläge zu machen, wie er sich verhalten soll oder sich mit der Floskel „man“ macht dies oder jenes, aus der Affäre ziehen.

Hochsensible Frauen und Männer kommunizieren unterschiedlich.

Hier sagt man Männern und Frauen im Allgemeinen eine unterschiedlich geartete Kommunikation nach. Frauen neigen dazu, einfach erzählen zu wollen, um den anderen Anteil nehmen zu lassen. Männer hingegen sind meist lösungsorientierter und neigen schnell dazu, Lösungsvorschläge anzubieten.

Will man dem anderen einfach etwas erzählen, dann sollte man dies auch von Anfang an klarstellen. Gerade der Hochsensible nimmt eine Vielzahl an Facetten auf und spiegelt sie. Erzählt der Hochsensible selbst, so muss er aufpassen, dass er sich bei der Erzählung nicht verzettelt und die Geschichte immer mehr ausufert, da er bestrebt ist, seine vielen, wahrgenommenen Eindrücke weiterzugeben.

Silvia Christine Strauch
Buchautorin von „Meine Hochsensibilität positiv gelebt“ (ISBN 9783981797503) sowie „Narzisten enttarnen“ (ISBN 9783982012520)

Narzissten enttarnen – Wie Sie sich in der Liebe, im Beruf und in der Familie vor Narzissten schützen können, ISBN 9783982012520Meine Hochsensibilität positiv gelebt – Persönliche Einsichten aus einem langen, bewegten Leben, ISBN 9783981797503

 

 

 


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